Die Industriestrategie Österreich 2035: Monitoring durch den Produktivitätsrat

Workshop ausgerichtet durch das Büro des Produktivitätsrates, OeNB, 9. Juni 2026

Im Jänner 2026 hat die österreichische Bundesregierung erstmals eine ressortübergreifend abgestimmte Industriestrategie 2035 vorgelegt. Sie soll eine längerfristige wirtschaftspolitische Antwort auf eine grundlegend veränderte weltwirtschaftliche Lage bieten. Der staatlich koordinierte Aufstieg Chinas hat die zentrale Rolle industriepolitischer Steuerung, technologischer Prioritätensetzung und strategischer Investitionen für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit deutlich gemacht. Die Covid-19-Pandemie hat die Verwundbarkeiten globaler Lieferketten offengelegt, und zunehmende geopolitische Spannungen haben Fragen wirtschaftlicher Souveränität und Resilienz verstärkt in den Vordergrund gerückt.

Vor diesem Hintergrund haben mehrere Länder in Europa und auch die Europäische Kommission explizite Industriestrategien formuliert oder bestehende angepasst. Diese zielen nicht mehr allein auf horizontale Standortpolitik, sondern auf die gezielte Entwicklung industrieller Ökosysteme, die Verbindung von Innovations- und Industriepolitik sowie die Mobilisierung angebots- wie nachfrageseitiger Treiber des Wandels. Auch die wirtschaftswissenschaftliche Bewertung solcher Ansätze fällt heute differenzierter aus: Strategien, die auf strukturelle Transformation, Resilienz und den Aufbau dynamischer komparativer Vorteile abzielen, werden mittlerweile deutlich positiver beurteilt als noch vor einigen Jahren.

Die österreichische Industriestrategie 2035 fügt sich in diesen internationalen Trend ein. Sie definiert sechs strategische Ziele – internationale Wettbewerbsfähigkeit, wirtschaftliche Souveränität, Innovationskraft, Resilienz, nachhaltige Produktion und Fachkräfteentwicklung – und umfasst 117 Maßnahmen in den Handlungsfeldern Innovation, Bürokratieabbau, Bildungs-, Fachkräfte-, EU-, Umwelt- und Energiepolitik. Ein Kernstück bildet die Offensive in neun Schlüsseltechnologiebereichen mit einem Budget von rund 2,6 Mrd. Euro bis 2029 aus dem FTI-Pakt.

In einer Kurzanalyse hat das Büro des Produktivitätsrates die Strategie primär als programmatisches Grundsatzpapier eingeordnet und einen strukturierten Vorschlag zur Umsetzung und Weiterentwicklung der Strategie vorgestellt. Ziel ist es, die strategischen Leitlinien bis 2035 kohärent, transparent und adaptiv auszugestalten und damit die industriepolitische Handlungsfähigkeit nachhaltig zu stärken.

Ein zentrales Element der Industriestrategie ist die Einführung eines Umsetzungsmonitorings zur systematischen Analyse von Fortschritten und Wirkungen der vorgesehenen Maßnahmen. Ohne kontinuierliche, evidenzbasierte Rückkopplung lässt sich eine mehrjährige Transformationsstrategie nicht adaptiv steuern. Der Produktivitätsrat hat die wissenschaftliche Durchführung dieses Monitorings übernommen und einen konkreten Ansatz dazu entwickelt.

Im Workshop wurde der Monitoringansatz des Produktivitätsrates im Kontext der „Industriestrategie Österreich 2035“ erstmals den beteiligten Ressorts und zentralen Stakeholdern vorgestellt und noch vor dem Start des ersten Monitoringzyklus gemeinsam mit wissenschaftlichen Expert:innen, Interessenvertretungen und Ressorts diskutiert. Im Mittelpunkt standen Fragen der strategischen Steuerung, des Monitorings sowie der wirkungsorientierten Umsetzung industriepolitischer Maßnahmen.

Publikationsjahr: 2026
Herunterladen: PPT BMWET: Industriestrategie Österreich 2035: Prioritätensetzung, Beteiligungsprozess und Maßnahmenentwicklung (PDF, 0,6 MB)
Herunterladen: PPT BMIMI: Industriestrategie Österreich 2035: Prioritätensetzung, Beteiligungsprozess und Maßnahmenentwicklung (PDF, 0,4 MB)
Herunterladen: PPT Industriestrategie zwischen strategischer Begründung und Umsetzungssteuerung (PDF, 0,3 MB)
Herunterladen: PPT Das Umsetzungsmonitoring des Produktivitätsrates (PDF, 0,9 MB)
Herunterladen: Konzeption eines einfachen Monitoringsystems zur Umsetzung wirtschaftspolitischer Maßnahmen der Industriestrategie (PDF, 1 MB)
Herunterladen: PPT Das Monitoring der Entwicklung des Standortes auf Grundlage des Wettbewerbsfähigkeitsradars der Industriestrategie (PDF, 1,6 MB)
Herunterladen: Abgrenzung des servoindustriellen Sektors zum Zweck des Monitorings der Industriestrategie (PDF, 0,2 MB)